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 Ameland
 

ein Abend am Strand im Oerd .

19.04.2019

Es ist Ende Juni, noch kurz vor den Sommerferien, die regelmäßig jedes Jahr eine Reisewelle entstehen läßt mit Menschen, die ausschwärmen um sich zu erholen, um etwas zu erleben, oder um etwas zu finden, was sie mit ihrem Urlaub und der Erwartung an einen Urlaub verbinden.

Noch aber hält sich die Zahl der Besucher der Insel Ameland in Grenzen. Und kommt man am späten Abend hinter Buren zum Strand und hält sich Richtung Osten, so hat man ihn meist ganz für sich alleine. Im späten Licht der langsam untergehenden Sonne genießt man es, ein paar Schritte entlang des Strandes zu laufen und eh man es sich versieht ist aus dem kleinen Spaziergang eine ganze Strecke geworden. Die Ruhe, die der Strand ausstrahlt, läßt die Zeit langsam verstreichen und es überträgt sich eine Leichtigkeit auf die Gedanken, die einem während des Spaziergangs durch den Kopf gehen, die einen ein Stück weit die Zeit vergessen läßt und man sie auch gerne von sich abstreift.


Man genießt den Anblick der Dünen, beobachtet wie sich die Zweige des Dünengrases wie eine Welle in den Windböen bewegen, wie der Sand endlos wiederholende Wellenmuster entwickelt, durch die man kaum mit den Füssen treten möchte um den schönen Anblick nicht zu zerstören.

Die Möwen bilden nun große Gruppen am Übergang des Wassers zum Strand um im Schutz der Gemeinschaft die Nacht zu verbringen. Es ist noch immer ein unüberschaubares hin- und her der Vögel und man beobachtet, wie sich die Konturen mit jedem Flügelschlag ändern. Mit dem richtigen Lichteinfall der Sonne, so sie denn scheint, entstehen stimmungsvolle Fotos, auch wenn man immer wieder die Erfahrung macht, dass sich diese besondere Stimmung am Strand nur sehr schwer in Fotos widerspiegeln.

 


Der nordöstliche Teil der Insel nennt sich Oerd. Der Name entstammt einer alten ameländer Sage, nach der eine alte alleinstehende Frau aufgrund ihrer Armut und weil sie sonst nicht hätte überleben können, nachts Leuchtfeuer in den Dünen entzündet hatte und Segelschiffe dazu verleiten wollte am Strand auf Grund zu laufen und zu kentern. Das Strandgut der Schiffe sammelte sie auf und konnte mit dessen Verkauf ihren Lebensunterhalt bestreiten. Als sie wieder eines Nachts ein Schiff zum kentern brachte, entdeckte sie, dass neben dem Strandgut auch einige Leichen der Schiffsbesatzung an den Strand gespült worden waren. Unter den Toten erkannte die Frau ihren einzigen Sohn. Sie brach daraufhin in ein schluchzendes Stöhnen aus, dass sich anhörte wie „oerd". Es heißt, wenn man an einem windigen Tag durch die Dünen im Oerd gehen würde, trägt der Wind wieder und wieder ihr Schluchzen mit, das sich anhört wie „oerd".

Text/Fotos: Klaus Buskohl
 

 

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