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 Alexandria
 

die Katakomben von Kom el-Shoqafa .

22.04.2019

Im Fernsehen läuft eine Dokumentation über die Katakomben von Alexandria. In Ägypten heißen sie Kom el-Shoqafa und wurden laut archäologischen Untersuchungen im 2. Jahrhundert erbaut. Der Moderator der Dokumentation gibt sich vor der Kamera gespannt und aufgeregt darüber, dass er die unterirdische Grabanlage jetzt gleich besuchen würde. Er fasst sich hierzu an einem langen Seil und läßt sich langsam von mehreren Männern in ein von der Filmkamera erfassten dunklen Loch abseilen und verschwindet allmählich in der Dunkelheit. Unten am Grund der Katakomben angekommen orientiert er sich im Schein seiner mitgebrachten Taschenlampe und erkundet die unterirdische Anlage.

Ich hatte die Katakomben einige Wochen zuvor besucht und saß nun ziemlich verwundert vor dem Fernseher: wieso läßt sich der Moderator in die Katakomben abseilen? Wieso nimmt er nicht, wie jeder andere Besucher auch, die Treppe, die in die Katakomben am Rand des in der Dokumentation gezeigten schwarzen Lochs führt. Dies muss auch gar nicht so dunkel sein, denn zahlreiche Neonröhren sind installiert, damit man sieht, wo die Stufen herführen.

Der Besuch der Katakomben ist also weniger dramatisch als es manchmal scheint. Dennoch sind sie sehr sehenswert und ein Besuch lohnt sich deshalb auf jeden Fall, wenn man schon mal in Alexandria ist. Der Ort wurde in erster Linie als eine Grabanlage genutzt. War sie ursprünglich nur für eine Familie gedacht, wurden im Laufe der Zeit mehr als 300 Mumien abgelegt. Interessanter Weise wurde sie nicht nur als Grabstätte für Menschen sondern auch für Pferde genutzt. Die meisten Höhlenteile sind sehr einfach gearbeitet und verfügen über keine schmückende Ornamente. Nur im hinteren Teil befindet sich eine aufwendig gearbeitete Grabhöhle mit steinernen Verzierungen und Abbildungen römisch-ägyptischer Gottheiten.

Die Katakomben liegen mitten in der Stadt, eingebettet von den Wohnquartieren der Menschen, die in dieser Stadt leben. Unternimmt man einen Spaziergang kreuz und quer durch die Gassen und Straßen Richtung Corniche gewinnt man interessante Eindrücke vom alltäglichen Leben der Menschen in dieser Stadt.




Es sind Eindrücke, von denen man glaubt, dass sie immer bleiben, wie die Treffen der Menschen an der Corniche zur untergehenden Sonne. Es sind aber auch Blicke auf eine Zeit, von der man weiss, dass sich im Leben vieles ändert, wie z.B. die Pferdekutschen als Fortbewegungsmittel, die mehr und mehr durch motorisierte Taxis abgelöst werden und irgendwann gänzlich verschwunden sein werden.


Text/Fotos: Klaus Buskohl

 

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